Unser Wahlprogramm

1. Kinderbetreuung

a. Maison relais / Kindergarten
Anpassung der Kapazität von Kindertagesstätten und der Maison Relais an die steigende Anzahl der Kinder in der Gemeinde.
Unterstützung von Maßnahmen für gesunde Nahrung in privaten und öffentlichen Betreuungsstrukturen: vermehrter Einsatz von saisonalen Bioprodukten sowie Produkten aus fairem Handel. Förderung von regionaler Produktion.
b. Generationshaus
Erstellen einer Einrichtung die generationsübergreifende Begegnungen “Kinder-Eltern-Senioren“ fördern. Dieses Haus ermöglicht den Generationen sich während den normalen Arbeitszeiten in einem gemütlichen Umfeld zu treffen. Ein Zusammenleben von Kindern, Eltern und Senioren soll in dieser Struktur gefördert werden. Auch ein Angebot an spezifischen Aktivitäten soll ermöglicht werden. Das Generationshaus soll von der Gemeinde verwaltet werden.
c. Kinder im Krankheitsfall
Die Gemeinde wird Dienstleistungen für Kinder, die im längeren Krankheitsfall nicht zur Schule gehen können, anbieten. Diese begrenzte Dienstleistung ist für Eltern gedacht, die unbedingt arbeiten müssen und nicht zu Hause bleiben können.
d. Zusätzlicher Nachhilfeunterricht anbieten
Nachhilfeunterricht organisieren, der für weniger bemittelte Familien kostenlos ist. Einige Eltern haben nicht die Möglichkeit ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen (Sprache, ...). Diese Kurse werden von der Gemeinde finanziert und können von Schülern der oberen Klassen des Gymnasiums oder von Studenten angeboten werden.
 

2. Gleichstellung der Geschlechter und aktives Einbringen in die Gemeindepolitik

a. Verbannen von ethnischer und geschlechtlicher Diskriminierung
Die Gemeinde ernennt eine/n Gleichstellungsbeauftragte/n, um alle Aktionspläne umzusetzen: Informationsveranstaltungen in Grundschulen sowie für die Bürger.
Ein interner Audit der Angestellten der Gemeinde soll durchgeführt werden.
b. Gleichberechtigung in der kommunalen Politik
Die Gemeinde ermutigt und unterstützt Frauen sich aktiv in die Gemeindepolitik einzubringen.
Bei der Besetzung der Kommissionen und Arbeitsgruppen fördert die Gemeinde das Gleichgewicht von Frauen und Männern aus verschiedenen soziale Umfeldern.
c. Integration
Die Gemeinde bietet allen neuen Einwohnern sich von einem „Botschafter“ (Einwohner der schon länger in der Gemeinde wohnt) über eine gewisse Zeit begleiten zu lassen. Dies soll das Einleben in der Gemeinde vereinfachen (Sportklubs, soziale Klubs, …).
d. Gemeindepolitik
Aktives Einbringen von Jugendlichen und Nicht-Luxemburgern in die Gemeindepolitik.
 

3. Umwelt und Abfallwirtschaft

a. Gemeindesteuern: Müll
Um die Abfalltrennung von Haushalts- und Biomüll zu fördern, sollte die grüne Mülltonne von der aktuellen Gemeindesteuer befreit werden.
b. Deponie Mondercange („décharge inerte“)
Endlich fachgemäße Maßnahmen treffen, um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Deponie zu schützen.
 
Kurzer Rückblick:
 
Die Monnericher Deponie diente seinerzeit der ARBED als Schlackenhalde, denn diese wurden wiederum für den Eisenbahnbau und im Bausektor verwendet.
1985 gab das Umweltministerium eine Studie in Auftrag, eine Deponie und ein Sondermülldepot auf dem heutigen Gelände des Minettkompost zu bauen. Zudem wurde auch eine Studie über den geologischen Untergrund der Schlackenhalde und das Gelände angefordert. Diese Pläne wurden kurze Zeit später ad.acta gelegt, weil der Untergrund unstabil und ungeeignet sei. Doch wurden immer wieder umweltfeindliche Stoffe dort abgelagert.
Bereits Anfang der 90er Jahre wurden Bohrungen auf der Deponie im Beisein eines Gerichtsvollziehers aus Esch durchgeführt. Der Beweis wurde erbracht, dass Konzentrationen chemischer Elemente die zugelassenen Normen überschritten. Die Resultate dieser Analysen wurden der Staatsanwaltschaft des Bezirksgerichts Luxemburg zugesendet. Die Öffentlichkeit wurde wiederum nicht in Kenntnis gesetzt.
So wurden über weitere Jahre 216.000 m3 Schlamm – Staub aus LDAC Stahlbetrieben gelagert, 10.950 m3 Ferrum Nobium-Schlacke (FeNb, Halbzeitwert 1.600 Jahre) sowie eine nicht präzise Menge Schlamm der CASA. Die Ferrum Nobium-Schlacke enthält radioaktive Substanzen, unter anderem Radium 226, Thorium 232 und Potassium 40. Die Analysen des MECO sind dieselben, außerdem hält die Umweltorganisation fest, dass für diese hochtoxischen Abfälle niemals ein Commodo-Incommodo erstellt wurde. Interessant auch die Feststellung von Jacques Mersch, Dr. in Toxicologie de l´environnement, „Diagnostic au droit du Crassier de Mondercange“. „La présence d´éléments radioactifs aptes à se concentrer dans l´environnement et dans les organismes vivants, pourrait avoir pour corollaire une dimension d´ordre sanitaire.“

Laut Tabelle vom Bio-Monitor folgende besorgniserregende Resultate

                            Oktober            Dezember
Cadmium                42mg/kg             61mg/kg
Chrome                 194mg/kg           231m/gkg
Cuivre                    134mg/kg          162mg/kg
Plomb                  1048mg/kg        1317mg/kg
Zinc                    13568mg/kg        1970mg/kg
Die Frage ist warum wurden alle Warnungen, auch die der Grünen im Gemeinderat, nicht zur Kenntnis genommen? Und wenn man die Studie von 1985 vom geologischen Untergrund betrachtet hätte, hätte man die Katastrophe, die sich vor 4 Jahren ereignete, unter Umständen vermeiden können.
Déi gréng werden sich einsetzen um endlich fachgemäße Maßnahmen zur Abdichtung und Sanierung dieses Areals zu treffen.
c. Nachhaltiges Bauen
Die Gemeinde wird die Sanierung von Gebäuden mit einer zusätzlichen Prämie für nachhaltige Gebäude und CO2-Reduktionsmaßnahmen fördern.
Innovative Lösungen, wie zum Beispiel Dachbegrünung oder grüne Fassaden, werden in Zukunft für öffentliche und private Neubauten bevorzugt.
 

4. Grüne Energie, Reduktion von CO2

a. Beihilfen für private Haushalten
Beihilfen zum Anschaffen von energieeffizienten Haushaltsgeräten und von Anlagen die Energie erzeugen, z.B. Solaranlagen für Wassererhitzung oder Stromerzeugung.
b. Reduzierung des Energieverbrauchs von kommunalen Einrichtungen und Gebäuden.
Kommunale Einrichtungen und Gebäude werden nach und nach umgerüstet und renoviert, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Neue Technologien und Anlagen werden bevorzugt.
c. Beiträge der Gemeinde
Erweitern der Infrastruktur der Aufladungsterminale für Elektroautos.
Jegliche unnötigen Energieverbräuche vermeiden, wie z.B. Außen- und Innenbeleuchtung von öffentliche Gebäude über Nacht.
Langfristige Investitionen in photovoltaische Anlagen, Straßenbeleuchtung mit LED, um in Zukunft erhebliche Einsparungen zu erreichen.
 

5. Erschwinglicher Wohnraum

 
Der Mangel an Bauplätze soll durch eine solidarische Politik der Gemeinde erreicht werden. Familien mit niedrigen Einkommen sollen sich auch ein anständiges Haus oder Appartement leisten können, sei es durch Kaufen oder Mieten. Dies könnte in enger Zusammenarbeit mit der AIS („Aide Immobilière Sociale“) und mit Hilfe bewährter Maßnahmen erreicht werden. Letztere müssen an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden, um Spekulationen zu vermeiden.
Eine Lösung sind z.B. langfristige Erbpachtverträge oder die Stärkung der Zusammenarbeit mit der AIS. Das Bauen von Sozialwohnungen und Wohnsiedlungen mit einer ausgewogenen Mischung an verschiedenen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten wird bevorzugt.
 

6. Mobilität

a. Straßenverkehr / Staus
Entwicklung eines wirksamen öffentlichen lokalen Transport- (Bus, …) und Straßenverkehrskonzepts für verschiedene Stadtviertel.
Ausführung eines innovativen Anwohnerparksystems, um unangebrachtes Parken von Pendlern zu vermeiden.
b. Sanfte Mobilität
Förderung nachhaltiger Mobilität (Fahrrad, Fußgänger) durch die Realisierung von neuen Fahrbahnen. Klassische sowie elektrische Fahrräder werden an verschiedenen strategischen Stellen zur Verfügung gestellt. Die Tariffestlegung soll Anwender nur im Falle von Missbrauch zur Kasse bitten.
Verkehr in der Nähe der Schulinfrastrukturen soll besser geregelt werden, um diesen an Beginn und Ende der Schulzeiten soweit wie möglich zu reduzieren. Kinder werden aufgefordert verstärkt öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, Eltern werden gebeten ihre Kinder – soweit dies möglich ist - nicht mit dem Auto zu führen oder abzuholen.
c. Öffentliche Transportmittel
Implementierung eines City-bus für Anwohner, um innerhalb der Gemeinde frei zu zirkulieren (ergänzende Dienstleistung zum MoBus).
Verbesserung des Anschlusses zu Esch/Alzette und Luxembourg.
Verbesserung der Sicherheit und der Infrastruktur an Bushaltestellen sowie Einführung von anständigen Stellplätzen für Fahrräder in der Nähe.
Organisation an Hauptverkehrszeiten von speziellen Buslinien für Pendler mit Endstation an naheliegenden Bahnhöfen, z.B. Dippach.
Außerdem wird ein Konzept zur Planung von Fahrgemeinschaften ausgearbeitet.
Gemeindebeamten, die hauptsächlich auf öffentliche Transportmittel zurückgreifen, um zur Arbeitsplatz zu kommen, können ihr Jahresabonnement von der Gemeinde zurückerstattet bekommen.
 

7. Nachhaltige Gesellschaft

a. Lebensqualität
Umweltverschmutzung, Lärm, ... durch Verkehr sollen reduziert werden und grüne Flächen erhalten und sogar erweitert werden. Gemeinsame Gartenplätze („cités jardinières“) werden in den verschiedenen Orten geschaffen.
b. Umwelt
Eine ganz besondere Achtsamkeit wird auf die Qualität unserer Umwelt gelegt: Naturschutz, Qualität des Grundwassers, Behandlung von Lärm und Umweltverschmutzung.
Agrarwirtschaft ohne Einsatz von Herbiziden und Pestiziden.
c. Förderung des lokalen Handels
Um jeden Dorfkern unserer Gemeinde wieder aufleben zu lassen, schlagen wir vor die Installation von kleinen Geschäften, wie z.B. Metzger, Kiosk zu fördern sowie den Halt eines Wochenmarktes. Dies könnte durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten zu attraktiven Preisen während der Startperiode der Aktivitäten oder die Gewährung von Prämien oder Subventionen für neue kleine Betriebe erreicht werden.
d. Vergabe öffentlicher Aufträge
Umsetzung einer nachhaltigen Politik für die Vergabe von öffentlichen Ausschreibungen, wobei neben wirtschaftliche Kriterien (Preis) sowohl Umweltkriterien als auch soziale Kriterien berücksichtigt werden. Solche Prozeduren werden in einer Europäischen Richtlinie von 2014 vorgeschlagen. Somit kann man kurzfristig eine bessere Qualität der Produkte und Leistungen erreichen und die Umwelt besser schützen.
 

8. Senioren

 
Planung eines CIPPA („Centre Intégré pour Personnes Agées“), der im Gegensatz zu dem bestehenden Zentrum in Monnerich, die Senioren auch im Krankheitsfall betreut und von Gesundheitsfachkräften verwaltet wird. Einwohner der Gemeinde haben Vorrang.
 

9. Gestion transparente des finances

a. Verwaltung der Gemeindefinanzen auf transparente Weise
Derzeit erhält der Gemeinderat nicht immer zufriedenstellende Antworten auf seine Anfragen, wie z.B. die Realisierung von Machbarkeitsstudien und Analysen über Kosten / Nutzen-Verhältnisse von rezenten Investitionen. Der Gemeinderat hat unter anderem als Aufgabe die Finanzpolitik der Gemeindeführung zu kontrollieren.
b. Transparenz gegenüber den Einwohnern
Die Bürger haben das Recht zu wissen und zu bestimmen wozu die Steuern verwendet werden und welche die Prioritäten der Gemeindeverwaltung sind. Somit könnte man Investitionen mit niedrigen gesellschaftlichen Auswirkungen vermeiden.
c. Schulden-Management der Gemeinde und Gemeindehaushalt
Die Gemeinde ist in Höhe von 18 Millionen Euro verschuldet. Die jährliche Zinsbelastung beläuft sich somit für 2018 auf rund 1,5 Millionen Euro. Vernünftige und schwierige Entscheidungen müssen getroffen werden, um die lokalen Finanzen unter Kontrolle zu bekommen.
Wir verurteilen die Finanzpolitik der Gemeindeverwaltung für 2017, die einen 50%-igen Rückgang des Budgets für Umweltschutz gegenüber dem vorherigen Jahr gestimmt hat. Die gleiche Reduktion gilt für den Wohnungsbau (-4 Millionen Euro) sowie für den sozialen Wohnungsbau (-10 Millionen Euro).

Grénge Programm fir Monnerech